Sonett 79 — Ferdinand Adolph Gelbcke

So lang, als ich allein Dich anrief, trug
Mein Lieb allein auch Deiner Anmuth Zeichen.
Doch jetzt mißtönt die Leier, die ich schlug,
Und meine Muse mußte andern weichen.

Gewiß, der Federn giebt’s, die würd’ger sind
Dich zu besingen, Schönster, als die meine;
Doch was Dein Dichter auch von Dir ersinnt,
Dich plündert er und giebt Dir dann das Deine;

Verleiht Dir Tugend, aber stiehlt das Wort
Von Deinem Werthe; will Dir Schönheit schenken
Und nimmt sie erst von Deinen Wangen fort:
Nur was Du hast, sonst kann er Nichts erdenken.

Drum laß ihn singen, dank’ ihm nicht mit Huld,
Du zahlst Dir selbst, bezahlt er seine Schuld.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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