Sonett 94 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Wer schaden könnte, und es doch nicht thut,
Wer unterläßt, was ihm, ach! nur zu leicht;
Wer Andre treibt, und doch mit kaltem Blut
Der Sünde Lockung aus dem Wege weicht:

Dem ward mit Recht der Schönheit Erb’ zu Theil.
Er wirft nicht weg die Schätze der Natur,
Als Herr und Herrscher waltet er, dieweil
Die Andern seiner Hoheit Diener nur.

Des Sommers Blume ziert den Sommer auch,
Obgleich sie nur sich selber lebt und stirbt;
Doch schlechter wird sie als der schlechtste Lauch,
Wenn sie verfault, verrottet und verdirbt.

Wie faule Lilien mehr als Unkraut stinken,
So kann das Schönste auch am tiefsten sinken.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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