Sonett 95 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Wie machst Du doch den Makel liebenswerth,
Der, wie die Raup’ an duft’ger Rose, leider!
Am Blüthenkelche Deines Rufes zehrt.
Wie hüllst Du Deine Sünd’ in schöne Kleider!

Wer so von Dir erzählt, mit Mien’ und Ton
Zweideut’ge Noten fügend zum Berichte,
Der lobt Dich halb, möcht er auch tadeln schon;
Dein Name schönt die häßlichste Geschichte.

O! welch ein Schloß die Laster sich erwählt,
Da sie, mein Lieb, bei Dir sich eingemiethet,
Wo keiner Sünd’ ein Anmuthsschleier fehlt,
Und alles schön wird, was dem Blick sich bietet.

Doch sparsam sei mit Deines Vorrechts Trumpf!
Durch Mißbrauch wird die schärfste Klinge stumpf.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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