Sonett 99 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Das frühe Veilchen schalt ich so etwa:
Du süßer Dieb! von meines Liebchens Hauch
Stahlst Du den Duft! die Purpurwangen da,
Die färbtest Du in ihrem Blute auch;

Nur schade, daß es besser nicht geschah!
Die Lilie schalt ich wegen Deiner Hand,
Den Majoran, daß er Dein Haar Dir stahl;
Auf Dornen schüchtern Ros’ um Rose stand,

Die roth vor Scham, die bleich vor Liebesqual.
Nur eine, die nicht roth, nicht bleich war, nahm
Sich beides, Deinen Athem obendrein.
So schön sie war, sie büßt’ es, denn da kam

Der Rächer Wurm und fraß sich tief hinein.
Viel Blumen sah ich noch, doch keine schier,
Die nicht gestohlen Farb’ und Duft von Dir.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

English Text
Italian Translation
Russian Translation
French Translation
Dutch Translation
Spanish Translation
Ukrainian Translation
Portuguese Translation

Sonnets in English
Sonnets in Russian
Sonnets in German
Sonnets in Italian
Sonnets in Spanish
Sonnets in French
Sonnets in Ukrainian
Sonnets in Portuguese
Sonnets in Dutch

Добавить комментарий

Ваш e-mail не будет опубликован. Обязательные поля помечены *