Sonett 100 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Wo weilst Du, Muse, daß Du schon so lange
Nicht singst von dem, was höchste Macht Dir leiht?
Verschwendest Du an läppischem Gesange
Dein Feuer, Deine Würd’ an Niedrigkeit?

Zurück, Du Pflichtvergessene, und büße
In holden Liedern die verlorne Zeit;
Das aufmerksame Ohr des Holden grüße,
Der Deinem Griffel Kunst und Stoff verleiht.

Du Träge, auf! in seinem Antlitz spähe,
Ob nicht die Zeit ein Fältchen grub hinein,
Und wenn Du eines siehst, so spott’ und schmähe,
Denn solche Schandthat muß gebrandmarkt sein.

Auf! preise schneller, als die Zeit verheert,
Dann hast Du ihrem Sensenhieb gewehrt.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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