Sonett 101 — Ferdinand Adolph Gelbcke

O träge Muse, wie entschuldigst Du,
Daß Du von dem, was wahr und schön, nicht sangest?
Dies beides eignet meinem Freunde zu,
Es ist auch das, in dem Du selber prangest.

Antworte, Muse, aber sag’ nur nicht:
„Der echten Wahrheit schade man durch Färben,
Die wahre Schönheit strahl’ im eignen Licht,
Das Beste könne Zuthat nur verderben.“

So wärst Du also stumm, weil er Dein Lob
Nicht braucht? Doch zu der Zukunft fernsten Tagen,
Wenn Mal und Ehrensäule längst zerstob,
Bist eben Du bestimmt, es hinzutragen.

So thu’ denn Deine Pflicht, und wie Du dann
Ihn recht lebendig malst, — ich zeig Dir’s an.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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