Sonett 102 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Erstarkt ist meine Liebe, nicht geschwächt,
Ob sie auch scheinbar schwächer sich erweiset;
Die Lieb’ ist feil, die ist nicht wahr und echt,
Die des Besitzers Zunge immer preiset.

Noch jung war unsre Lieb’ und lenzbeschwingt,
Als ich Dir brachte meiner Lieder Reigen;
Wie Philomele nur im Frühling singt,
Im Sommer aber ihre Lieder schweigen,

Nicht weil das Jahr an Reizen schon verlor,
Seit sie die Nacht durchhaucht mit Klagetönen,
Nein, weil es nun aus jedem Busch hervor
Sich regt, und das „Zuviel“ ein Feind des Schönen:

So mach’ ich’s auch; ich schweige hin und,
Damit Dich nicht betäuben meine Lieder.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

English Text
Italian Translation
Russian Translation
French Translation
Dutch Translation
Spanish Translation
Ukrainian Translation
Portuguese Translation

Sonnets in English
Sonnets in Russian
Sonnets in German
Sonnets in Italian
Sonnets in Spanish
Sonnets in French
Sonnets in Ukrainian
Sonnets in Portuguese
Sonnets in Dutch

Добавить комментарий

Ваш e-mail не будет опубликован. Обязательные поля помечены *