Sonett 127 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Schwarz wurde ehmals nie für schön geschätzet,
Der Name Schönheit ihm nie beigelegt;
Doch jetzt ist schwarz als Erbe eingesetzet
Der Schönheit, die als Bastard Schimpf nun trägt.

Denn seit man der Natur selbsteignen Stempel
Verwischt und überfälscht Gesicht und Haar,
Hat holde Schönheit Namen nicht noch Tempel,
Ist ach! entweiht, wenn nicht verachtet gar.

Drum hat mein Liebchen Augen, schwarz wie Raben,
So passende! sie trauern, da sie sehn,
Daß Häßliche jetzt so viel Schönheit haben
Und die Natur durch falsche Huld’gung schmähn.

Doch trauern sie mit solchem süßen Schein,
Daß Jeder sagt: Ja, so muß Schönheit sein!

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke.

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