Sonett 130 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Von Sonn’ ist nichts in Liebchens Aug’ zu schaun,
Korallen nicht gleicht ihres mundes Schwelle;
Ist weiß der Schnee, so ist ihr Busen braun;
Ist Haar Geröll, so wächst ihr schwarz Gerölle.

Zweifarb’ge Rosen giebt es, roth und weiß:
Auf ihren Wangen sind sie nicht zu sehen,
Und manchen Düften ziemet höh’rer Preis
Als denen, die in Liebchens Athem wehen.

Ich liebe ihre Stimm’ und horch’ auf sie,
Doch ist Musik (ich weiß) von süßrem Schalle;
Wie Grazien wandeln, sah ich freilich nie:
Sie tritt im Gehn den Boden wie wir alle.

Und doch, mir dünkt mein Lieb’ so schön, bei Gott!
Als Eine, jedem falschen Preis zum Spott.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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