Sonett 145 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Ihr mund, den Amor selber schönte,
Sprach dieses Wort zu mir: „Ich hasse“ –
Zu mir, der ihre Lieb ersehnte.
Do da sie sah, daß ich erblasse,

Zog Mitleid in ihr Herz und schweigte
Die Zunge, die ja doch für Jeden
Sich reich an Gnaden stets bezeigte,
Und lehrte sie ein andres Reden.

„Ich hasse“ – O welch Glück, sie ändert
Den schluß: so folgt der Nacht, der dunkeln,
Wenn sie von Himmel goldgerändert
Zur Hölle flieht, des Tages Funkeln –

„Ich hasse“ – ja der Haß zerbricht,
Ich lebe neu, sie sagt. – „Dich nicht“.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

Добавить комментарий

Ваш e-mail не будет опубликован. Обязательные поля помечены *