Sonett 150 — Ferdinand Adolph Gelbcke

O, wer verlieh Dir diese Zaubermacht,
Die mir das Herz beherrscht, die Kraft zerbricht,
Zu Täuschern meine treuen Augen macht,
Mich schwören läßt, den Tag entstell’ das Licht?

Wo hast Du diese Sündenanmuth her,
In Deinen schlimmsten Thaten diese Kraft
Und Sicherheit, die ihnen soviel mehr
Als bessern Thaten meine Gunst verschafft?

Wie kommt’s, daß Du mir lieb und lieber bist,
Je mehr ich Grund zum Hasse an Dir seh’?
O, lieb’ ich gleich, was Andern schmählich ist,
Zu schmähen, was die Andern schmähn, verschmäh’!

Denn wenn Dein Unwerth Dich mich lieben ließ,
Nur würd’ger Deiner Liebe macht mich dies.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

English Text
Italian Translation
Russian Translation
French Translation
Dutch Translation
Spanish Translation
Ukrainian Translation
Portuguese Translation

Sonnets in English
Sonnets in Russian
Sonnets in German
Sonnets in Italian
Sonnets in Spanish
Sonnets in French
Sonnets in Ukrainian
Sonnets in Portuguese
Sonnets in Dutch

Добавить комментарий

Ваш e-mail не будет опубликован. Обязательные поля помечены *