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Sonett 154 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Der kleine Liebesgott lag einst im Schlaf,
Die loh’nde Herzensfackel neben sich;
Ein keuscher Nymphenchor den Schläfer traf
Auf seinem Weg. Mit Händen, zimperlich,

Entwand die Schönste ihm den Feuerbrand,
Der so viel treue Herzen schon verzehrt:
So ward im Schlaf von jungfräulicher Hand
Der heißen Liebe Kriegesherr entwehrt.

Sie löscht den Brand in einem kühlen Quell,
Der Wärme von der Liebe Glut empfängt;
Zu einem Heilquell wandelt er sich schnell
Für Leidende. So kam ich her, bedrängt

Von Liebesnoth. Doch ob ich ewig bliebe,
Lieb’ wärmt wohl Wasser, Wasser kühlt nicht Liebe.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 153 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Cupido schlief, die Fackel neben sich:
ein Mädchen der Diana kam zur Stelle,
Ergriff des Liebesgottes Fackel, schlich
Davon und löschte sie in kühler Quelle.

Da ward die Quelle von der heil’gen Glut
Der Lieb’ erwärmt, und ist noch heut’gen Tages
Ein Heilquell, gegen böse Übel gut,
Gesucht, erprobt von Kranken jeden Schlages.

Doch neu entflammte den erloschnen Brand
Der Knab an Liebchens Augen und berührte
Mir so die Brust! Ins Bad ward ich gesandt,
weil ich im Herzen krank. Doch ach! ich spürte

Noch Heilung nicht! das Bad, das mir soll taugen,
Cupido’s Liebeszünder sind es – Liebchens Augen.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 152 — Ferdinand Adolph Gelbcke

In Untreu hab’ ich Dich geliebet, wiß,
Doch Du brachst zweimal, was Du erst geschworen:
Der Eh’ Gelübt’, der neue Bund zerriß,
In neuem Haß ging neue Lieb’ verloren.

Doch schmäh’ ich Dich um zweier eide Bruch,
Der ich wohl zwanzig brach? O weh der Sünde!
Denn was ich schwor bei Dir, ist schnöder Trug
Und alles Lüge, was ich von Dir künde.

Du wärest gut und lieb, wärst treulos nicht,
Mit Eiden sagt’ ich’s aus; Dich zu verklären,
Schlug ich mit Blindheit meiner Augen Licht,
That, wenn sie sahn, als ob sie blöde wären.

So schwör ich, Du seist schön! o welche Lüge!
Sie zeiget meine Untreu zur Genüge.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 151 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Zu jung ist Lieb’ und weiß nichts von Gewissen,
Gewissen aber ist der Liebe Kind.
Drum Nachsicht, liebes Herz! Du solltest wissen,
Daß meine sünden Dein Verschulden sind.

Denn wie Du mich verführst, muß ich verführen
Mein edler Theil zu grober Sinnenschuld.
Die Seele reizt den Leib, ihn anzuschüren
Zur Glut der Liebe; blind vor Ungeduld

Ersteht das Fleisch, sobald Dein Nam’ erklungen,
strebt hin  zu Dir als Siegespreis und stellt
Sich willig Dir u Dienst, von Stolz durchdrungen,
Daß es an Deiner Seite steht und fällt.

Ist das gewissenlos, ich frage Alle,
Wenn ich für meine Liebe steh’ und falle?

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 150 — Ferdinand Adolph Gelbcke

O, wer verlieh Dir diese Zaubermacht,
Die mir das Herz beherrscht, die Kraft zerbricht,
Zu Täuschern meine treuen Augen macht,
Mich schwören läßt, den Tag entstell’ das Licht?

Wo hast Du diese Sündenanmuth her,
In Deinen schlimmsten Thaten diese Kraft
Und Sicherheit, die ihnen soviel mehr
Als bessern Thaten meine Gunst verschafft?

Wie kommt’s, daß Du mir lieb und lieber bist,
Je mehr ich Grund zum Hasse an Dir seh’?
O, lieb’ ich gleich, was Andern schmählich ist,
Zu schmähen, was die Andern schmähn, verschmäh’!

Denn wenn Dein Unwerth Dich mich lieben ließ,
Nur würd’ger Deiner Liebe macht mich dies.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 149 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Ich liebte Dich, Du Unbarmherz’ge nicht,
Und bin doch wider mich mit Dir verschworen?
Mein eigner Quäler, Sklav’ in Deiner Pflicht,
Hab’ ich um Dich mich selber ganz verloren.

Wer haßte Dich und dürfte Freund mir sein?
Wem zürntest Du, und ich wär’ ihm ergeben?
Ha, grollst Du mir, so straf’ ich mich allein,
Ich mich allein mit Zittern und mit Beben.

Was wäre, das ich nicht zum Opfer brächt’
Was dünkte mir zu gut, um Dir zu dienen?
Mein Bestes selbst ist Deiner Mängel Knecht
Und unterthan dem Winke Deiner Mienen.

Doch hasse nur; ich weiß, wie Du gesinnt:
Du liebst nur Sehende, und ich bin blind.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 148 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Ach! was für Augen setzte Lieb’ mir ein,
Auf deren Treu ich kann so wenig bauen!
Wie? oder sollte schuld mein urtheil sein,
Das falsch entscheidet, wo sie richtig schauen?

Ist schön, was meine Augen staunend sehn,
Was meinen Andre denn, daß es nichts tauge?
Und taugt es nichts, muß Liebe nicht gestehn,
Daß Andrer Auge schärfer als ihr Auge?

Doch wie auch säh’ ihr Auge wohl so scharf,
Das Wachen schwächt und allzu häuf’ge Zähren!
Kein Wunder, daß ich ihm nicht trauen darf,
Zum Sonnenblick muß erst die Luft sich klären.

Arglist’ge Liebe, machst mich blind durch Thränen,
Daß ohne Fehl Dich meine Augen wähnen.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 147 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Dem Fieber gleich ist meine Lieb’, erpicht
Auf Alles, was die Krankheit unterhält;
Verbotne Nahrung, andre will sie nicht,
Nur die ist’s, die dem kranken Gaum gefällt.

Vernunft, der Arzt der Liebe, ärgerlich,
Daß seine Vorschrift er befolgt nicht sah,
Verließ mich, und so lieg’ verzweifelnd ich,
Den Tod ersehnend, ohne Hülfe da;

Und ohne Hoffnung, ohne Arzenei,
Von steter Unruh toll und rasend fast,
Mein Denken, Reden – eitel Faselei,
Die um die Wahrheit irrt, und nie sie faßt.

So schwör’ ich, Du seist schön und hold und licht,
Und doch sind Nacht und Hölle schwärzer nicht.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 146 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Du arme Seele, Mittelpunkt dem Staub,
Dem sündigen, und doch sein Narr und Fröhner!
Was darbst Du drinnen, wirst des Hungers Raub
Und schmückt das Haus von außen schön und schöner?

Warum für kurze Frist verschwendest Du
Auf dies gebrechliche soviel der Habe?
Fällt es als Erbtheil nicht den Würmern zu?
Sinkt nicht Dein Leib mit seiner Pracht zu Grabe?

Drum, Seele, leb’ auf Deines Knechts Verlust
Und laß ihn darben, daß Dir’s besser gehe;
Erwirb dir Himmelsreht für Sinnenlust,
Nähr’ innen Dich, auf Außenpracht nicht sehe.

Verzehr’ den Tod, daß er Dich nicht verzehr’!
Ist todt der Tod, so giebt’s kein Sterben mehr.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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Sonett 145 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Ihr mund, den Amor selber schönte,
Sprach dieses Wort zu mir: „Ich hasse“ –
Zu mir, der ihre Lieb ersehnte.
Do da sie sah, daß ich erblasse,

Zog Mitleid in ihr Herz und schweigte
Die Zunge, die ja doch für Jeden
Sich reich an Gnaden stets bezeigte,
Und lehrte sie ein andres Reden.

„Ich hasse“ – O welch Glück, sie ändert
Den schluß: so folgt der Nacht, der dunkeln,
Wenn sie von Himmel goldgerändert
Zur Hölle flieht, des Tages Funkeln –

„Ich hasse“ – ja der Haß zerbricht,
Ich lebe neu, sie sagt. – „Dich nicht“.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke