Sonett 137 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Was thatst Du meinen Augen, blinde Liebe,
Daß sie, die sehend scheinen, doch nicht sehn,
Schönheit zwar kennen, aber ach, als bliebe
Sie ihnen immer fremd, nach Schlechten spähn?

Wie magst Du, wenn von Blicken falsch beschieden,
Sie ankern, wo ein jeder ankern kann,
Aus ihrer Falschheit Deine Angeln schmieden,
Damit des Herzens Urtheil hang’ daran?

Was glaubt mein Herz, es hab’ ein Plätzchen eigen,
Und weiß doch, daß es aller Welt gemein?
Was sieht mein Auge das, und kann’s nicht zeigen,
Damit das Lügenantlitz wahr erschein’?

Gesündigt haben Aug’ und Herz am Wahren,
Drum mußten sie so bittres Leid erfahren.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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