Sonett 138 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Schwört Liebchen mir, daß sie voll Wahrheit sei,
Ich glaubt’s, obwohl ich sicher weiß, sie lügt,
Damit sie mein’, ich käme jung vom Ei
Und wisse noch nicht, wie die Welt betrügt.

Nur aus dem Grunde, daß sie jung mich schätz’,
Obgleich sie weiß, mein Lenz ist längst vorbei,
Thu ich, als wäre Glauben mir Gesetz.
Statt schlichter Wahrheit zwiefach Täuscherei!

Doch warum sagt sie nicht, daß sie mich täuscht?
Und daß ich alt, warum hab’ ich’s verhehlt?
O, schein der Wahrheit ist, was Liebe heischt,
Und Lieb’ bei Jahren liebt nicht, wenn man zählt.

So schmeicheln wir einander uns mit Lügen,
So muß sie mich, und ich muß sie betrügen.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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