Sonett 144 — Ferdinand Adolph Gelbcke

Zwiefacher Liebe Lust und Leid ich trag’
Und zweier Geister Walten fühl’ ich immer.
Der gute ist ein Mann, schön wie der Tag,
Der bös’ ein Weib von düstrem Schein und Schimmer.

Zur Hölle mich zu treiben, lockt das Weib
Den guten Engel fort von mir, und möchte
Dem Heiligen verderben Seel’ und Leib
Mit ihrer schnöden Buhlerei, die Schlechte!

und ob mein Engel gram mir ward und feind,
Nicht sagen kann ich’s, fühle nur ein Bangen;
mich flohen beide, beide sind vereint,
Liegt jener in des andern Höll’ gefangen?

Eh’ werd ich’s nicht ergründen, bis den guten
Der böse Geist verjagt mit Höllengluten.

In Übersetzungen von Ferdinand Adolph Gelbcke

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